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Sonnengekühlte Äpfel aus Rüti

Erste ans Netz angeschlossene Photovoltaikanlage in Betrieb

n WilfriedBlum n
Anfang Jahr wurde in Rüti die erste ans Netz angeschlossene Photovoltaikanlage installiert: Rund 50 Quadratmeter Solarzellen auf dem Dach des Obstbaubetriebes Heinz Oswald in der Gmeindrüti liefern bei Sonneneinstrahlung Solarstrom, der ins Netz eingespeist wird. Da immer dann, wenn die Sonne intensiv scheint, auch der Energiebedarf der Kühlanlagen in den Lagerräumen am grössten ist, bildet diese Nutzung der Solarenergie eine optimale Kombination.

Schon vor zehn Jahren

Mit der Nutzung von Solarenergie befasst sich Heinz Oswald bereits seit gut zehn Jahren: Damals richtete er eine Verglasung seiner Terrasse ein und hatte immer Freude, wenn er erleben konnte, wie es dahinter warm wurde, wenn die Sonne nur ein wenig hinter den Wolken hervorschaute.

Vor fünf Jahren installierte er dann auf dem Dach des Wohnhauses eine 30 Quadratmeter grosse Sonnenkollektoranlage. Das damit erzeugte Warmwasser wird in einem 2800 Liter fassenden, gut isolierten Tank gespeichert und dient der Warmwasserversorgung und zur Heizungsunterstützung des Gebäudes.

Umweltgerechte Erzeugung von A bis Z

Eine logische Weiterentwicklung dieser Bemühungen war die Überlegung, die Sonnenenergie auch zum Betrieb der Kühlanlagen seines Obst- und Mostlagers zu benützen, die naturgemäss immer dann am meisten Strom brauchen, wenn die Sonne am stärksten scheint.

Mit der im Januar auf dem Scheunendach installierten Photovoltaikanlage ist dies nun möglich. «Für mich ist das ein wichtiger weiterer Schritt bei der umweltgerechten Erzeugung meiner Früchte, die bei mir ja schon mit der integrierten Produktion des Obstes anfängt», gibt sich Heinz Oswald zufrieden.

Solarstrom fliesst in die eigenen Anlagen oder ins Netz

Seine Anlage besteht aus insgesamt 96 Solarzellenfeldern, sogenannten Panels, die auf der oberen Hälfte des nach Südwesten ausgerichteten Scheunendaches montiert sind. Schon bei Tageslicht und besonders bei direkter Sonneneinstrahlung liefern sie Gleichstrom, der mit zwei Wechselrichtern in haushaltüblichen Wechselstrom umgewandelt und ins elektrische Netz eingespeist wird.

Solange die Solarstromerzeugung kleiner als der momentane Strombedarf in den angeschlossenen Gebäuden und Anlagen ist, wird entsprechend weniger Strom aus dem Netz bezogen. Wird dagegen mehr Solarstrom produziert als momentan verbraucht, so kann sogar Energie ins Netz des Elektrizitätswerkes zurückgespeist werden, der dann auch vergütet wird.

Die Spitzenleistung der installierten Sonnenzellen beträgt rund 6 Kilowatt, während eines ganzen Jahres können damit im Durchschnitt etwa 5700 Kilowattstunden Wechselstrom produziert werden, so hat das Ingenieurbüro, das die Anlage geliefert hat, berechnet. Rund 160 Kilowattstunden sollten es im Wintermonat Dezember sein, dagegen volle 720 Kilowattstunden im Juli.

Die Anlage wurde im Januar installiert und anschliessend vom Gemeinde-EW kontrolliert. Mit Ausnahme einer zusätzlich gewünschten Abschaltvorrichtung wurden keine Beanstandungen gemacht. Die offizielle Inbetriebnahme ist möglich, sobald das Gemeinde-EW den notwendigen Zähler, der auch die rückgespeiste Energie messen kann, installiert hat.

«Eine tolle Sache!»

Bis jetzt ist Heinz Oswald äusserst glücklich über seine Anlage. Wenn die Sonne am Himmel sichtbar ist, geht er immer wieder zu den Wechselrichtern und kontrolliert die Anzeigen. «Es ist schon eine tolle Sache: Nur die Wechselrichter summen leise vor sich hin, sonst hört man nichts, und nichts bewegt sich - und doch liefert die Sonne Energie für unzählige Anwendungen», freut sich Heinz Oswald. Diese Freude wird auch von seiner Frau geteilt, die insbesondere schätzt, dass die Anlage keinerlei Wartungs- und Unterhaltsarbeiten erfordert.

Obwohl Heinz Oswald bei der Montage tüchtig selbst Hand anlegte, war die Anlage nicht ganz billig. Aus diesem Grunde war es für ihn ausschlaggebend, dass er vom Bund pro installiertem Kilowatt eine finanzielle Unterstützung erhielt, die zusammen rund 18 000 Franken ausmacht, was knapp einem Viertel der gesamten Investitionskosten entspricht.

Ausbaupläne trotz hohen Kosten

Und trotz den hohen Kosten denkt er schon an einen Ausbau der Anlage: «Auf dem Dach hätte es mindestens nochmals soviel Platz, und von dem Anbieter habe ich eine sehr interessante Offerte bekommen, bei der ich noch mehr Eigenleistungen einbringen kann .», berichtet Oswald von seinen Zukunftsüberlegungen.

«Interessiert wäre ich schon. Ob ich vom Bund in diesem Jahr allerdings nochmals eine Unterstützung erhalten könnte, ist fraglich. Ideal wäre es, wenn man ähnlich wie in der Stadt Zürich oder dem Direktversorgungsgebiet des EKZ den in das Netz eingespeisten Strom über das EW in Form einer Solarstrombörse an weitere Interessenten liefern könnte, die zumindest für einen Teil ihres Verbrauchs die vollen Gestehungskosten des Solarstroms bezahlen würden, der dann auch mir vergütet würde.»
Interessenten können sich gerne bei Heinz Oswald, Gmeindrüti in Rüti, melden. Nach Voranmeldung stellt er seine Anlage gerne vor und fachsimpelt auch über seine Zukunftspläne.

 




 
 
 



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