Homepage
Aktuelles
Betriebsspiegel
Rundgang
Pflanzenschutz
Solarkraftwerk
Berichte
Informationen
Apfelwickler
[Apfelwickler] [SKO-Senioren] [Solarstrom] [Sonnengekühlt]
 
   
Zürcher Oberland Medien AG
     
 
 


  Zürcher Oberland
  Bezirk Hinwil
  Bezirk Pfäffikon
  Bezirk Uster
  Regionalsport
  Wirtschaft
  Kultur
  Kanton Zürich
  Schweiz
  Ausland
  Sport
  Express
  Meinung
  Tagestipp


  ZO-Newsletter
  Frage der Woche
  Gästebuch
  Leserbriefe
  Abo-Service
  Inserate-Service
  Impressum
  Archiv

 

  Zurück

H.Apfel.jpg

Heinz Oswald in seiner Apfelbaumanlage mit einem Dispenser gegen den Apfelwickler.


Schädlingsfalter wird an Nase herumgeführt
In der Obstbauanlage von Heinz Oswald in Rüti wird der Apfelwickler auf eine neue Art bekämpft

sh. «Beiss nicht gleich in jeden Apfel ...» warnt ein alter deutscher Schlager. In die Äpfel aus dem Obstbau der Familie Oswald in Rüti darf man hineinbeissen, ohne Angst, einen Wurm zu erwischen. Um ohne giftige Schädlingsspritzung eine optimale Qualität seiner 25 verschiedenen Apfelsorten beizubehalten, probiert Heinz Oswald eine so genannte Verwirrungstechnik gegen den Apfelwickler aus. Dadurch sollen die Obstmaden bekämpft werden.


Die «Made in Switzerland», wie sie kabarettistisch benannt werden könnte, bohrt sich mit Vorliebe in Äpfel und Birnen ein, frisst Gänge und Kammern aus dem Fruchtfleisch und zerstört mit Heisshunger die Samenanlagen. Die Obstmade ist die Raupe des Apfelwicklerfalters. Durch sie werden die Früchte zum Teil notreif und fallen ab oder können nicht gelagert werden. Eine Spritzung kann den Befall verhindern.


Neue Methode gegen Würmer

Die ersten Anzeichen von Resistenzen des Apfelwicklers gegenüber verschiedenen Insektiziden haben Forschungsanstalten und Obstproduzenten - vor allem im Wallis - veranlasst, mit einer andern Methode gegen den Wurmbefall zu kämpfen.

Mit guten Resultaten wird die Verwirrungstechnik angewendet. Heinz Oswald in der Gmeindrüti oberhalb des Laufenbachs ist der erste Obstproduzent in der Gegend, der sich für die neue Verwirrungstechnik entschlossen hat. Neuste Erkenntnis: Auf 1000 Äpfel zählt er nur gerade vier Stück mit Würmern - ein sehr gutes Resultat.


Lockstoff führt die Falter an der Nase herum

Statt gegen die Apfelwickler auf seinen 4,5 Hektaren Obstplantagen Insektizid zu spritzen, verwendet er die wie ein Stück Draht aussehenden Dispenser, die noch vor dem ersten Flug in der Plantage verteilt aufgehängt wurden. Mit einem künstlichen, dem weiblichen Lockstoff ähnlichen Duft werden die «liebeshungrigen» Apfelwickler an der Nase herumgeführt. Die Fliegen sind dadurch verwirrt, und es findet keine Befruchtung, also auch kaum eine Eiablage statt.

Heinz Oswald hat Flugfallen aufgehängt, die zunehmend weniger belegt sind. Für den Schutz gegen Hagelschäden überschatten schwarze Netze die Anlagen. Mit dem beobachteten Resultat, das er in diesen Tagen feststellte, kann er eine gute Ernte voraussehen.


Teure Methode für gesunde Äpfel

Die Verwirrungstechnik, die für eine Saison angewendet werden kann, sei um einiges teurer als die Spritzung, doch er versuche gern etwas Neues, das zudem umweltfreundlicher sei, sagt Heinz Oswald, der zusammen mit seiner Frau Anita und zu Erntezeiten mit verschiedenen Helferinnen den Obstbaubetrieb unterhält. Er müsse jetzt beobachten, wie sich dieser Aufwand auswirken werde. In der Gmeindrüti werden die 25 Apfelsorten nach neusten Erkenntnissen und Einrichtungen gelagert. Selbst im Sommer hat die Familie Oswald noch knackige Äpfel zu verkaufen. Zudem wird hier ein Süssmost hergestellt, der ausgezeichnet erfrischend und natürlich mundet. Aus Apfelstücken, die entfeuchtet werden, wird eine gut haltbare und immer noch fruchtig wirkende Zwischenverpflegung produziert.


Solarstrom für die Lagerung

Für das 80-Tonnen-Lager, auf das sich der Obstbau mit seinen ungefähr 7700 Bäumen ausrichten kann, wird der Strom seit 1998 aus dem eigenen Solarkraftwerk auf der Scheune geliefert. Neben Äpfeln und Birnen werden hier, zwischen Rüti und Fägswil, auch Kirschen angebaut. Dazu kommen Holunder, Quitten, Zwetschgen, Pflaumen, Kiwi und Erdbeeren.

Auch die Kirschenernte sei dieses Jahr gut ausgefallen, sagt der Obstbauer. Sie könnten ihre reifen Früchte zu den üblichen Preisen und mit hoher Qualität abgeben. Eine umweltschonende, ausgewogene und naturnahe Produktion ist das Ziel des erfahrenen Obstanbauers. «Die integrierte Produktion ist das Bestreben, mit ökologisch angepassten und wirtschaftlich tragbaren Methoden vollwertige Früchte zu erzeugen», so Heinz Oswald.


Föhn wärmt die Gegend

Auf die Frage, ob das Zürcher Oberland ein ideales Anbaugebiet für Kirschen sei, antwortet Heinz Oswald mit Überzeugung: «Ja, hier in Rüti wärmt oft der Föhn die Luft, sodass zur richtigen Zeit geerntet werden kann.» Also gar nicht so ungünstig für die roten und schwarzen Süssen. Für eine gute Ernte sucht sich der Fachmann neue Methoden aus. Sein jüngster Sohn, der die Obstbaulehre absolviert, kann dazu einiges beitragen.

Die zahlreichen Obstbäume hier in der Höhe über Rüti - alle in Reih und Glied - bilden ein schönes Bild. Selbst die kleinsten Äste sind behangen. Was zu viel ist, pflückt der Fachmann vor der Ernte weg. Das zwischen den Reihen wachsende Gras wird als natürliche Kompostbeigabe auf die Baumfüsse verteilt. Die Würmer saugen es von unten her in den Boden.


Verkauf ab Hof

Rote Wangen, zarte Haut - das trifft auf die Äpfel zu, die noch von der letzten Ernte in den Harassen liegen. Mit klingenden Namen wie Idared, Maigold oder Iduna und wie sie alle heissen, warten sie auf dem idyllischen Bauernhof auf vitaminbewusste Feinschmecker. Die Familie Oswald führt den Verkauf direkt ab Hof im eigenen Obstlädeli von Montag bis Freitag (16 bis 18 Uhr) und Samstag (9 bis 11.30 Uhr und 13.30 bis 16 Uhr).


 




 
 
 



Der grosse Preis von Ungarn hat begonnen

Ein Genfer Gericht verbietet die Vergleichswerbung von Rebif und Avonex

Palästinensische Selbstmordattentäter sollen in Schweinshäuten begraben werden

Gorbatschow bedauert die Auflösung der Sowjetunion

 

created by moonline / Januar 1999